Seelische Belastungen können (psychosomatische) Rückenschmerzen auslösen

Seelische Belastungen können einen Hexenschuss und Rückenschmerzen auslösen – Schmerzen, die dann psychosomatischer Natur sind.

Mich erreichen immer wieder E-Mails von Menschen mit Schmerzen. In diesen E-Mails erklären viele ihre Schmerzen, erklären sich selbst, und haben bereits oft die Antwort für ihre Schmerzen.

Sie möchten „nur“ in ihrer Sicht der Dinge bestätigt werden.

Die Quintessenz dieses Beitrags ist die folgende: Beginnen Sie auf Ihren Körper zu hören.

Auszug aus einer Mail zum Thema (psychosomatische) Rückenschmerzen

Mit knapp 18 Jahren hatte ich das erste Mal einen Hexenschuss, kurz vor der Abiturprüfung, dann sehr lange nichts mehr.

Ich bekam meine ersten zwei Kinder, danach arbeitete ich in Teilzeit. Sobald etwas was mit viel Hektik verbunden war, schon meldete sich mein unterer Rücken. Zum Glück nicht bedenklich zu dem Zeitpunkt.

Am Ende der dritten Schwangerschaft (einige Jahre später) machte sich mein Rücken wieder bemerkbar. Damals konnte die Hebamme mit Akupunktur helfen. Mein drittes Kind hatte eine schwere Krankheit und die Schwangerschaft war voller Sorge.

Sehr ernsthaft war es bei mir vor 7 Jahren. Ich hatte starke Probleme mit meinen Beinen. Ich konnte mich vor lauter Schmerzen in meinen Beinen nicht mehr tragen.

Eine Woche Krankenhaus mit Kortison Therapie hat mir geholfen. Danach folgte ein Jahr ein Therapieprogramm an Fitness Geräten – womit ich mich nie anfreunden konnte.

Meine Erkenntnisse waren und sind: Wenn die seelische Belastung einen gewissen Grad erreicht hat, dann meldet sich mein unterer Rücken.

Meine Frage: Gibt es da einen Zusammenhang? Vielleicht mit einem Nerv, oder vielleicht sind es zu viele Triggerpunkte? …

Anmerkung zu dieser Mail

Es ist klar, dass diese Frau bereits durch praktische Erfahrung weiß, dass es einen Zusammenhang gibt, auch wenn sie ihn sich nicht erklären kann.

Sie weiß nicht „wie“ das sein kann. Allerdings spürt sie, dass es sein kann!

Sie spürt es ganz deutlich. Sie spürt das eine seelische Belastung, sobald sie zu groß wird, Rückenschmerzen auslösen kann.

Sie merkt zudem das Massagen helfen, wenn auch nur vorübergehend.

Sie helfen die verkrampfte Muskulatur und Triggerpunkte, welche Rückenschmerzen auslösen können, zu lockern bzw. zu lösen.

Die Linderung hält so lange an bis die seelischen Belastungen wieder zu groß werden. Dann kommen die Rückenschmerzen zurück.

Warum ist das so?

Rückenschmerzen und mögliche psychosomatische Dynamiken

In meinen Augen spiegelt die verkrampfte/angespannte Muskulatur „nur“ unseren inneren emotionalen Zustand wider.

Die emotionale Belastung findet im Körper Ausdruck, und zwar durch die Muskulatur.

Die Muskulatur ist ein Spiegelbild unserer inneren, emotionalen, psychischen Welt.

„Verkrampfte“, wiederkehrende Gedanken, Gedankenschleifen, Angst und innere Spannungen schlagen sich in muskulärer Spannung nieder.

Das ist eine psychosomatische Dynamik.

Indem Sie Ihre verspannten Muskeln selbst massieren, setzen Sie auf der körperlichen Ebene an und können Rückenschmerzen etwas lindern.

Allerding ist es ebenfalls wichtig zu erkennen, dass ein Zusammenhang zwischen Körper und Geist besteht, dass diese untrennbar miteinander verbunden sind, und in Wechselbeziehung zueinander stehen – und das psychische Belastungen zu körperlichen Schmerzen führen können. In dem Fall zu Rückenschmerzen.

Der Geist beeinflusst den Körper, und umgekehrt. Über das Wie und Warum lässt sich streiten. Dennoch möchte ich mögliche Szenarien aufzeigen.

Fehlender Rückhalt, fehlende Sicherheit als Ursache für Rückenschmerzen

Möglicherweise hat der untere Rücken etwas mit Rückhalt und Sicherheit zu tun.

Wenn diese fehlen, oder Sie glauben etwas nicht bewältigen zu können, dann schlägt sich dieses Gefühl des mangelnden Rückhalts, der mangelnden Sicherheit auf körperlicher Ebene im Rücken nieder.

Die Rückenmuskulatur verkrampft sich, Rückenschmerzen oder ein akuter Hexenschuss können auftreten, und Triggerpunkte aktiviert werden.

Start und Stoppmuster / Grünlicht und Rotlichtreflex als Ursache für Rückenschmerzen

Den psychosomatischen Zusammenhang kann man auch mit dem Start und Stoppmuster erklären, auch Grünlicht und Rotlichtreflex genannt.

Viele Muskeln im Rücken strecken die Wirbelsäule, führen also zu einer Aufrichtung des Körpers.

Wir machen uns groß, bäumen uns auf, um Herausforderungen entgegenzutreten. Das ist das Startmuster, auch Grünlichtreflex genannt.

Angst vor Herausforderungen wiederum, das Gefühl etwas nicht schaffen zu können, aktiviert die Beugemuskeln unseres Körpers, also Muskeln, die uns klein werden lassen.

Maximal ausgeführt würde diese Aktivierung in der Embryonalhaltung enden – komplettes Einrollen und Kleinmachen.

So wenden wir der Welt unsere harten Strukturen zu, und schützen uns.

Alle weichen Strukturen (Hals, Bauch, Kniekehle) sind geschützt, alle harten Strukturen (Schädel, Wirbelsäule, Schienbeine) sind der Welt zugewandt.

Nicht miteinander vereinbare Tendenzen führen zu Spannung

Arbeiten diese Reflexe gegeneinander, so führt das zu starken Spannungen, da Beugung und Streckung bzw. Schutz und Angriff nicht miteinander vereinbar sind.

Die körperlichen Spannungen werden Ausdruck innerer Spannungen und Konflikte.

Auf der einen Seite stehen Herausforderungen, denen Sie begegnen möchten oder „müssen“.

Auf der anderen Seite fehlen Ihnen aber vielleicht die Kapazitäten, der Rückhalt, die Möglichkeiten zur Bewältigung der Herausforderung. Oder Sie möchten einfach nicht.

Das eine ist mit dem anderen nicht vereinbar.

Diese Spannungen sind dann körperlicher Ausdruck innerlicher, seelischer sowie emotionaler Belastungen und werden ggf. von innerer Zerrissenheit begleitet.

Wenn Sie etwas wollen, aber nicht können, oder müssen, aber nicht wollen, dann entstehen Spannungen.

Diese Dynamiken wollte ich in diesem Beitrag kurz und knapp anreißen.

Am wichtigsten ist es mir aber darauf hinzuweisen, dass ich glaube, dass viele Menschen bereits wissen wo die Ursachen ihrer Probleme (hier Rückenschmerzen) liegen, oder zumindest wissen in welche Richtung es geht.

Deswegen: Hören Sie auf Ihren Körper. Ihr Körper lügt nicht.

Falls Sie auf der körperlichen Ebene ansetzen möchten, und Anleitungen zur Selbstbehandlung von Rückenschmerzen suchen, falls Sie wissen möchten welche Triggerpunkte diese auslösen können, dann schauen Sie sich meinen Online Video Kurs zu diesem Thema an.

Natürlich lösen Sie dadurch nicht Ihre seelischen und emotionalen Belastungen (obwohl ein positiver Einfluss durchaus möglich ist), aber die eigene Arbeit an Triggerpunkten ist meiner Auffassung nach einer der ersten Schritte.

Sie beseitigen muskuläre Störfaktoren, welche das Nervensystem stören und zu Schmerzen führen können.

Ich hoffe ich konnte mit diesem Beitrag für Sie interessante und wertvolle Einblicke in das Thema Rückenschmerzen und Psyche liefern.

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