Welche Sportarten sind gut für den Iliopsoas?

Leserfrage:

Als Reaktion auf mein Video Aktivierung von Triggerpunkten im Iliopsoas wurde mir folgende Frage gestellt: „Nun weiß ich, welche Sportarten für den Iliopsoas nicht gut sind, aber welche sind nun gut?“

Meine Meinung und Antwort

Ich glaube nicht, dass es Sportarten gibt, welche per se schlecht für den Iliopsoas sind oder für irgendeinen Muskel im Allgemeinen.

Aber es gibt einfach Dinge, welche Muskeln überlasten bzw. eine Überlastung begünstigen und zur Aktivierung von Triggerpunkten führen. Diese Dinge können biomechanischer sowie emotionaler Natur sein und oft ist es eine Kombination aus beidem.

Es gibt Sportarten, welche die Aktivierung von Triggerpunkten und muskulärer Dysfunktionen im Iliopsoas begünstigen, zum Beispiel durch bestimmte Haltungen und/oder gleichförmige und sich immer wiederholende Bewegungsmuster (Bsp. Radfahren, Ballett, Aerobic, …).

Die Sportarten an und für sich sind aber nicht das Problem, vielmehr ist die Art und Weise wie sie betrieben werden. Die folgenden Dinge sind mögliche Gründe, warum ein Muskel, hier der Iliopsoas, überlastet wird.

  • Man gibt sich selbst, seinem Körper und seiner Muskulatur zu wenig Zeit sich an Belastungen anzupassen.
  • Man gibt sich selbst, seinem Körper und den Muskeln zu wenig Zeit zur Erholung zwischen Belastungen.
  • Man ist besessen von der Sportart oder der Aktivität.
  • Man kann oder möchte nicht auf seinen Körper hören.
  • Man führt keine Ausgleichübungen aus.

Ausgleichsübungen sind meiner Erfahrung nach nicht so wichtig, wenn…

  • man sich Zeit gibt, um sich an Belastungen anzupassen.
  • man genügend Zeit zur Erholung lässt.
  • man achtsam mit sich und seinem Körper ist und sich nicht selbst „überfährt“.

Es ist der letzte Punkt, welcher oft keine Beachtung findet und dann zu den ersten beiden Punkten führt. Deswegen sind Ausgleichsübungen für viele Menschen und Sportler sehr wichtig – permanent überlasten sie sich selbst und ihren Körper.

Noch wichtiger wäre es aber für diese Menschen, zu beginnen mit sich selbst gütiger und achtsamer umzugehen, ihre Motivationen zu hinterfragen und reflektieren, damit Besserung eintreten kann und neuen oder weiteren Beschwerden vorgebeugt werden kann.

Anmerkung zu Ausgleichsübungen für den Iliopsoas

Allgemein sind das Übungen, die verspannte Muskeln lockern, zu schwache Muskeln kräftigen und tonisieren, sowie Muskeln auf eine normale Länge bringen.

Für den Iliopsoas sind das Sportarten bzw. Bewegungsformen wie Yoga, Pilates oder Gewahrseinsübungen.

Mit Pilates und Yoga kann man es natürlich auch übertreiben und genau das Gegenteil erreichen.

Dennoch sind es diese Bewegungsformen, welche ich empfehlen würde, da der Iliopsoas hier immer wieder angespannt und somit gekräftigt wird. Gleichzeitig muss er sich immer wieder entspannen und dehnen, um bei bestimmten Bewegungen nachzugeben. Das tut dem Muskel gut.

Gewahrseins- bzw. Achtsamkeitsübungen wiederum helfen allgemeine Spannung im Iliopsoas, und der Körpermitte im Allgemeinen, wahrzunehmen.

Oft wird es dadurch erst möglich Spannungen zu lösen bzw. loszulassen, denn wir können nur loslassen, was wir auch spüren.

Durch solche Übungen kann man lernen die Muskeln seiner Körpermitte, oft „Core“ genannt, zu spüren und übermäßige und unnötige Spannung loszulassen.

Neben dem Iliopsoas gehören zur Körpermitte ebenfalls die Bauchmuskeln, tiefliegenden Rückenmuskeln sowie die Muskeln des Beckens und der Hüfte.

Muskuläre Dysfunktionen in diesen Bereichen führen oft zu Problemen wie Skoliosen, Beckentorsionen, zu starken Beckenkippungen, Rückenschmerzen, ISG Schmerzen, Bandscheibenvorfällen, und vielem mehr.

Ich möchte Ihnen zwei Bücher von Liz Koch empfehlen, welche Ihnen helfen Ihre Körpermitte besser kennenzulernen.

Leider gibt es diese Bücher meines Wissens nur in englischer Sprache. Es gibt ähnliche deutschsprachige Bücher, deren Qualität ich aber leider nicht kenne, da ich sie noch nicht gelesen habe.

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