M. Brachioradialis Schmerzen & Triggerpunkte

Ihr Brachioradialis ist ein Muskel Ihres Unterarms, welcher hauptsächlich für die Beugung Ihres Ellenbogens verantwortlich ist und zudem die Streckung Ihres Handgelenks unterstützt.

Wenn Sie ihn überlasten – durch starke oder häufige Greifbewegungen –, entstehen oft Verspannungen und Triggerpunkte, welche dann häufig zu Schmerzen am Ellenbogen und Unterarm führen.

Allerdings können Sie den Muskel mit einer gezielten Selbstmassage sehr gut lockern und von eventuell vorhandenen Triggerpunkten befreien, und somit auch die von dem Muskel ausgelösten Schmerzen beseitigen.

Dazu benötigen Sie nur ihre Hände, eventuell einen Massageball und etwas Geduld um die Selbstmassage zu üben.

Sollten Sie Fragen haben oder irgend etwas nicht verstehen, dann schreiben Sie mir!

1. Schmerzzonen, Symptome & Differentialdiagnosen

1.1 Schmerzzonen

Ist der Brachioradialis verspannt, so reagiert er meist sehr empfindlich auf Druck im Bereich seiner Ursprungssehne. Triggerpunkte in dem Muskel hingegen, können den Schmerz in den unteren Oberarm, den Ellenbogen, den Unterarm und in den Bereich zwischen Daumen und Zeigefinger übertragen.

Somit trägt er zu den folgenden Schmerzen bei. Hinter dem Link erfahren Sie, welche anderen Muskeln für diese noch verantwortlich sein, und was Sie selber gegen diese tun können.

Je tiefer das Rot im unten stehenden Bild, desto wahrscheinlicher ist es, Schmerzen im entsprechenden Bereich zu spüren, wenn sich Triggerpunkte in dem Muskel befinden.

1.2 Symptome und Beschwerden

Neben den oben beschriebenen Schmerzen treten zusammen mit den Verspannungen und Triggerpunkten häufig Schmerzen und Schwächen bei Greifbewegungen aller Art auf. So kann es sein, dass Sie auch leichte Gegenstände unerwartet fallen lassen. Ein Zeichen, dass etwas mit Ihrer Muskulatur und Ihrem Nervensystem nicht stimmt.

  • Schrauben drehen
  • Türen öffnen, vor allem mit Drehknopf
  • Händeschütteln
  • Tasse halten

1.3 Differentialdiagnosen

Schmerzen die von sehr starken Verspannungen oder Triggerpunkten im Brachioradialis ausgelöst werden, sind denen der folgenden Diagnosen oft sehr ähnlich. Das heißt, dass bei den folgenden Diagnosen Triggerpunkte ebenfalls berücksichtigt werden sollten, und umgekehrt.

  • Tennisellenbogen bzw. Epicondylitis lateralis
  • Karpaltunnelsyndrom
  • C5 – C6 Radikulopathie

2. Ursprung, Ansatz & Innervation des Muskels

Einfach ausgedrückt zieht der Muskel von Ihrem unteren Oberarmknochen zu Ihrer Speiche. Unten stehend finden Sie die lateinischen Bezeichnungen

Ursprung

  • Margo lateralis des Humerus/Oberarmknochens

Ansatz

  • Processus styloideus des Radius/Speiche

Innervation

  • Innerviert wird der Muskel vom Nervus radialis der Segmente C5 – C7.

Triggerpunkte

  • entstehen meist in den mit den X gekennzeichneten Bereichen.

3. Funktion des Muskels

Die hauptsächliche Funktion des Brachioradialis ist die Beugung/Flexion Ihres Ellenbogens, vor allem in pronierter Position. Zudem unterstützt er die Extension/Streckung Ihres Handgelenks.

Das Bild zu Ihrer rechten zeigt die Beugung meines Ellenbogens in pronierter Position.

In der supinierten Position würde meine Handinnenfläche nach oben zeigen.

4. Überlastung und Entstehung von Triggerpunkten im Brachioradialis

Dieser Muskel wird vor allem durch starke und/oder wiederholte Greifbewegungen überlastet, da er hier zusammen mit den anderen Extensoren Ihr Handgelenk stabilisiert. Wären diese während einer Greifbewegung nicht aktiv, so würden Sie Ihr Handgelenk mit jeder Greifbewegung beugen.

Ihre Extensoren helfen also, Ihr Handgelenk in einer neutralen Position zu halten. Umso stärker die Greifbewegung, desto stärker müssen sich die Extensoren und somit auch der Brachioradialis anspannen.

Hier einige Beispiele aus dem Alltag und Sport

  • Schrauben drehen
  • Nasse Handtücher auswringen
  • Wiederholtes Händeschütteln
  • Klettern
  • Hanteltraining
  • Tennis – v.a. Rückhandspiel –
  • ….

5. Palpation

Um den Muskel zu spüren, schließen Sie Ihre Hand zu einer festen Faust.

Nun versuchen Sie den an Ihrem Unterarm auffällig hervortretenden Muskel hinauf bis zu Ihrem Ellenbogen und unterem Oberarm zu ertasten.

6. Brachioradialis Selbstmassage

Unten stehend zeige ich Ihnen wie Sie den Muskel mit einem Massageball massieren können.

Manchmal haben Sie aber vielleicht keinen Ball dabei oder keinen freien Platz an der Wand. In diesen Fällen können Sie den Muskel auch mit Ihren Fingern, Ihrer Faust oder Ihrem Ellenbogen massieren, und das mit einer Vielzahl verschiedener Techniken.

Wie das geht, zeige ich Ihnen in meinem Triggerpunkt Online Kurs. Zudem erhalten Sie dort Zugriff auf über 400 Selbstmassage Videos, alle in professioneller Qualität.

Jeder auf dieser Website vorgestellte Muskel ist dort mit seinen Triggerpunkten vorhanden, und Sie erhalten mein Wissen aus über 15 Jahren Erfahrung mit Schmerzen und Triggerpunkten.

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Hier kommt die Tennisballmassage sowie die Druck-Bewegungstechnik zum Einsatz, und auch genau in dieser Reihenfolge.

Mit dem Ball bearbeiten Sie den Muskel über einige Massagesessions hinweg, bis er nicht mehr so schmerzhaft ist. Danach beseitigen Sie die eventuell noch restlich vorhandenen hartnäckigen Verspannungen mit Ihrem Daumen.

Meist finden Sie die schmerzlichsten Punkte in der oberen Hälfte des Muskels, vor allem im Bereich Ihres äußeren Ellenbogens.

Anmerkung: Massieren Sie sich regelmäßig, am besten täglich, bis Sie keine schmerzlichen Punkte  mehr in Ihren Muskeln finden.

Massage mit einem Massageball aus Kork

  • Platzieren Sie den Massageball auf dem Brachioradialis und lehnen sich dann gegen eine Wand. Rollen Sie nun über den Muskel und suchen nach schmerzlichen Punkten.
  • Sobald Sie einen finden, rollen Sie sehr langsam max. 15 mal über diesen drüber.
  • Verfahren Sie auf diese Weise mit jedem dieser empfindlichen Punkte.

Die Massage mit dem Kork – Massageball ist auf Ihrem Unterarm eher sehr flächig und nicht sehr präzise. Das heißt, dass Sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch andere Extensoren massieren.

Dies ist allerdings überhaupt kein Problem, da diese oft zusammen mit dem Brachioradialis Verspannungen und Triggerpunkte entwickeln.

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Druck-Bewegungstechnik

  • Suchen Sie wieder nach schmerzlichen Punkten im Muskel. Nur dieses Mal mit Ihrem Daumen.
  • Sobald Sie einen finden, drücken Sie in diesen hinein und beugen und strecken Ihr Handgelenk ca. 20 mal.
  • Konzentrieren Sie sich hierbei vor allem auf die schmerzlichsten Bewegungsabschnitte.
  • Mit dem Daumen können Sie den Muskel wirklich sehr stark unter Druck setzen.
  • Lassen Sie es hier etwas konservativ angehen und beobachten, wie Ihr Körper auf die Massage reagiert und erhöhen den Druck nur allmählich im Laufe der nächsten Einheiten.

Zudem möchte ich Ihnen ans Herz legen, Ihren Daumen mit dem Zeigefinger während der Massage zu unterstützen – siehe Daumentechnik –, da Sie ihn sonst nur unnötig stark belasten.

Sie können sich aber auch mit Ihren Ellenbogen massieren.

Auch diese Art der Massage ist sehr intensiv, weswegen Sie es hier behutsam angehen lassen sollten.

  • Setzen Sie sich auf einen Stuhl.
  • Legen Sie den Arm der zu massierenden Seite gestreckt auf Ihr Bein.
  • Winkeln Sie nun Ihren gegenüber liegenden Ellenbogen stark an und platzieren diesen auf dem Muskel.
  • Untersuchen Sie nun den Brachioradialis auf schmerzliche Punkte.
  • Massieren Sie jeden dieser Punkte, indem Sie mit Ihrem Ellenbogen in diese hineindrücken und gleichzeitig Ihre Hand wiederholt zu einer Faust schließen und Ihr Handgelenk bewegen.

Sollten noch Fragen auftreten, dann schreiben Sie mir diese doch einfach!

Literatur

  • Calais-German, Blandine. Anatomy of Movement. Seattle: Eastland Press, 1993. Print
  • Davies, Clair, and Davies, Amber. The Trigger Point Workbook: Your Self-Treatment Guide For Pain Relief. Oakland: New Harbinger Publications, Inc., Print
  • Simons, David G., Lois S. Simons, and Janet G. Travell. Travell & Simons’ Myofascial Pain and Dysfunction: The Trigger Point Manual. Baltimore, MD: Williams & Wilkins, 1999. Print.
  • Schünke, Michael., Schulte, Erik, and Schumacher, Udo. Prometheus: Lernatlas der Anatomie. Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag, 2007. Print